Werksfahrer für drei Rennen

Das Jahr 1957 begann für den Australier Keith Bryen mit einer Überraschung. Das Norton Werk verkaufte dem erfolgreichen Privatfahrer die Motorräder, mit denen John Hartle und Jack Brett die Weltmeisterschaft in den Klassen 350ccm und 500 ccm bestritten hatte.

Bryen fühlte sich scheinbar wohl auf diesen Motorrädern, wie seine Erfolge bei zahlreichen internationalen Rennen bewiesen. Aber der große Durchbruch sollte dem damals 30jährigen aus Sydney beim Großen Preis der Niederlande gelingen. Nach seinem 5. Platz im 350er-Rennen und dem 6. Rang in der Halbliterklasse wurde ihm von Moto Guzzi ein Platz im Werksteam angeboten.

Gleich bei seinem ersten Antreten für das italienische Werksteam beim Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps stand Bryen im Rennen der Klasse 350 ccm als Dritter neben seinem Landsmann Keith Campbell und Libero Liberati (I) auf dem Siegertreppchen. Vier Wochen später verpasste der Australier seinen ersten WM-Sieg nur knapp. Nur der neue Weltmeister Keith Campbell verhinderte die Sensation. Aber immerhin gelang ihm die schnellste Runde.

Nach einem Ausfall wegen Fahrwerksproblemen beim Großen Preis von Italien in Monza reiste Keith Bryen mit Ehefrau Gwen als Vierter in der 350ccm-Weltmeisterschaft zurück in seine Heimat. Der Rückzug von Moto Guzzi aus dem Rennsport bedeutete auch das Ende der Karriere des Australiers.

Erstes Rennen auf der Werksmaschine in Spa-Francorchamps und gleich Platz drei.
Ulster Grand Prix 1956: Keith Bryan nur knapp von Landsmann Keith Campbell besiegt,
daneben der italienische Gilera-Werkspilot Libero Liberati mit der unvermeidlichen Zigarette.
Mein Dank für die fantastischen Fotos geht an Keith Bryen!